Rothenburg ob der Tauber als Landschaftsgarten

Malerischer Blick ins Taubertal (Rothenburg o.d.T., Romantisches Franken)

Wissenschaftliche Tagung in der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad

Datum:    05.04.19 - 06.04.19

Ein malerisches Thema vor malerischer Kulisse wird in der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad in Rothenburg ob der Tauber am 5. April und 6. April 2019 in den Fokus gerückt. In 15 Referaten stellen Experten aus Deutschland und Großbritannien an diesen zwei Tagen dar, warum die Stadt am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von zahlreichen Malern und Architekten aus Großbritannien besucht wurde. Eine wissenschaftliche Tagung bildet damit den Auftakt zu den Themenjahren „Pittoreskes Rothenburg", welche die Stadt von 2019 bis 2021 in ein neues Licht rückt.

Bei der wissenschaftlichen Tagung steht vor allem der Einfluss von Rothenburgs Stadtanlage auf die englische und deutsche Gartenstadtbewegung im Fokus. Rothenburg-Inspirationen nahmen Architekten wie Raymond Unwin, Barry Parker, Theodor Fischer und Richard Riemerschmid von Besuchen an der Tauber mit. Unterteilt ist die Tagung in vier Themengebiete: „Vorgeschichte – Entstehung der Theorie des Pittoresken", „Pittoreskes Rothenburg ob der Tauber", „Architektur/Stadtplanung" sowie „Pittoreskes im Wechselspiel der Künste"

Mit den Berliner Fachwissenschaftler Prof. Dr. Adrian von Buttlar und Prof. Dr. Bernd Guggenberger rahmen zwei echte Koryphäen auf ihrem Fachgebiet als Höhepunkte das vielfältige Programm ein. Der Kunsthistoriker von Butlar von der TU Berlin macht nach der Eröffnung und Key Note durch Rothenburgs Referatsleiter für Kultur und Tourismus Dr. Jörg Christöphler mit „Das Pittoreske und der Landschaftsgarten im 18. Jahrhundert" am Freitag (5.4.) den thematischen Start, der Soziologe Guggenberger von der Lessing-Hochschule zu Berlin setzt mit „Der Spaziergang am Beginn und Ende der Moderne" den Schlusspunkt am Samstag. Kunstgeschichtler Prof. Dr. Hans Dickel (Erlangen) stellt „Turners Picturesque Views on Bavaria" vor. Den Rothenburg-Bezug stellen dann Dr. Hellmut Möhring vom RothenburgMuseum („Rothenburger Stadtansichten vom 17. bis 20. Jahrhundert"), Rothenburgs Museumspfleger Dr. Karl Heinz Schneider („Elias Bancroft und Arthur Wasse, zwei englische Maler in Rothenburg"), Dr. Bärbel Hedinger (Berlin; „Mary Hertz-Warburg und ihre Reiseskizzen des malerischen Rothenburg"), die in enger Verbindung zum bekannten Warburg-Institut in London steht sowie Dr. Florian Huggenberger („Pittoreskes Rothenburg. Rothenburg als Gartenstadt – Eigen- und Außenwahrnehmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts").

Den zweiten Tag des Tagungswochenendes eröffnet der Londoner Architekt David Davidson mit „English Garden City Planning and the Picturesque". Dr. Nils M. Schinker aus Dresden berichtet von der ersten deutschen Gartenstadt im sächsischen Hellerau. Vicky Axell stellt die Werke der britischen Architekten Barry Parker und Raymond Unwin vor. Der Rothenburger Architekt Eduard Knoll spricht über Rothenburgs Stadtplanung von 1900 bis Anfang der 20er Jahre und beleuchtet etwaige Einflüsse der Gartenstadtbewegung auf Rothenburg ob der Tauber. Im abschließenden Themenblock geht Dr. Carina Jung auf die „Pittoreske Landschaft in der europäischen Literatur der Romantik" ein. Ein Heimspiel absolviert die Rothenburger Kunsthistorikerin Johanna Kätzel, die Motive der Stadt in Filmen und Animationsfilmen vorstellt. Zum Abschluss spricht neben Professor Guggenberger der Musikwissenschaftler Kilian Sprau aus München über das Anschauliche in der Musik. So gewinnt das Malerische Rothenburg über die Fachgrenzen hinweg klare Konturen.

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